1. Einwand


Arbeitgeber haben dieses Modell entwickelt, um sich der Lohnnebenkosten ihrer Mitarbeiter und der Besteuerung ihrer eigenen Betriebe zu entledigen und sich damit der sozialen Verantwortung zu entziehen. Die Umverteilung von Reich nach Arm wird unterbrochen.

Was spricht für den Einwand?:
Für den Einwand spricht die Vorstellung, dass Umverteilung durch hohe Besteuerung hoher Einkommen stattfindet. Wenn diese Vorstellung zutreffend wäre, würde mit der Abschaffung der Einkommenssteuer zugleich die Umverteilung abgeschafft.

Was spricht gegen den Enwand?:
Eine Umverteilung durch Besteuerung von Einkommen findet durch Einkommensbesteuerung nur vordergründig statt: Betriebe zahlen zwar die Steuern – als Lohn-, Einkommens-  und Betriebssteuern – an das Gemeinwesen und den Staat. Wie alle übrigen Produktions- und Betriebskosten (Waren-, Produktions-, Miet-, Zins-, Lohn-, Buchhaltungskosten usw. usf.) werden aber auch die Steuern - und auch die Sozialabgaben - letztlich in den Produktpreis kalkuliert (s. Startseite, Bild 2). D.h.: Sobald ein Käufer auftritt, gibt er dem Unternehmer das Geld für die entrichteten Steuern und Sozialabgaben zurück.  

Es folgt:
- Durch Einkommensbesteuerung wird nur scheinbar eine "Umverteilung" von Reich nach Arm bewirkt. Wie alle anderen Kosten werden auch Steuern und Sozialabgaben letztlich IMMER nur vom Konsumenten bezahlt. [Siehe Anm. 1]
- Die soziale Verantwortung von Unternehmen drückt sich nicht darin aus, dass ein Unternehmen Steuern zahlt (die zahlt auch heute schon der Kunde), sondern darin, dass es sinnvolle, gute Produkte sozialverträglich und ressourcenschonend zu  einem erschwinglichem Preis produziert. (Götz Werner)


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Anm. 1: Eine Ausnahme tritt nur ein, wenn der Kunde die hergestellten Produkte nicht kauft. Dann hat das Unternehmen neben allen übrigen Kosten – auch die die Steuern und Sozialabgaben - selbst bezahlt. Ein Unternehmen zahlt nur Steuern – wenn es stirbt, sagt Götz Werner. Durch dann ggf. anhebende staatliche Rettungsaktionen erhalten die großen, politisch bedeutsamen Firmen die bereits entrichteten Steuern und Sozialabgaben allerdings zurückerstattet.


Kommentare:

  1. Es ist sehr schade, dass in der Debatte um das Grundeinkommen meistens nur von bösen Arbeitgebergrößen und ausgenutzten kleinen Arbeitnehmern die rede ist wobei ich nicht weis, warum sich Menschen selbst immer so klein machen bzw. ist das irgendwie auch ein Armutszeugnis für das entsprechende Selbstbewusstsein. Das mit einem BGE (fast) alle Menschen zum Unternehmer werden - Dienstleister am Menschen für den Menschen - wird völlig ausgeblendet um das wohlverdiente Feindbild zu erhalten. Auch ist mit einem BGE die jahrtausende alte Praxis der - Ausbeutung des Menschen durch den Menschen - nicht mehr gegeben wodurch alle auf dieser Basis fußenden Unternehmungen zwangsläufig früher oder später kollabieren werden.

    An dieser Stelle angekommene Ausweichdebatten bezüglich des Finanzwesens haben überhaupt nichts mit dem BGE und schon gar nicht mit dessen menschlichen Aspekten zu tun sondern sind Bestanteil einer parallelen gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Ob und wie das Tauschmittel - Geld - zusätzlich als Wertschöpfung mit genutzt und damit aber auch entsprechenden Spekulationen usw. freien Lauf gelassen wird muss sich die Gesellschaft ebenfalls in einem breitem Diskurs erarbeiten.

    Übrigens haben Konzerne mit ihren monopolistischen Machtstellungen nichts mit Menschen zu tun die etwas unternehmen wollen, sondern sind perverse Auswüchse unserer kranken Gesellschaft und die entsprechenden Hauptakteure sind ebenso gebrochenen Menschen wie die vermeintlich nichts tuenden Alkoholgebrochenen - am anderen Rand der Gesellschaft - die allesamt einer Therapie bedürfen.

    Könnten wir in der Diskussion um das BGE bitte mal langsam die Themenfelder trennen und nicht immer dann vermischen wenn wir mit unserer (Gegen-) Agitation nicht mehr weiter kommen...

    - menschliche Aspekte
    - Steuersystem
    - Finanzsystem
    - usw.

    Gruß Micha
    BGE-Lobby.de

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  2. Übrigens sind die einzig waren Unternehmer für mich - Kleinkinder - und das Maß ALLER Dinge - bevor diese vom System gebrochen und versaut werden und anschließend als wahrhaftige Beispiele für Gier und Geiz herhalten müssen.

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  3. @Micha: Bin völlig deiner Meinung - siehe "Nachwort". Trotzdem muß das Notwendige auch hier einmal gesagt werden.
    LG, Ralph

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